Rekrutierungstools online und offline: Wie unterscheiden sich die HR-Strategien und wo liegen die Unterschiede und Herausforderungen?

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Talentmanagement

02 February 2020

3 min

Die Digitalisierung führt in den Zentren der HR-Strategie zu einem Umdenken. Seit einiger Zeit sind Online-Bewerbungsverfahren ein immer beliebteres Rekrutierungstool, während die klassische Bewerbung an Bedeutung verliert. Wir blicken auf die Frage, ob sich diese Entwicklung fortsetzt und wo die Stärken beider Verfahren liegen.


Rekrutierung online und offline: Der Prozess im Vergleich

Sowohl die Online- als auch die Offline-Rekrutierung bringen Vor- und Nachteile für die HR-Strategie eines Unternehmens, auf die wir später näher eingehen. Doch bereits mit Blick auf den Prozess unterscheiden sich die beiden Methoden merklich. Die klassische Offline Variante ist vor allem bei vielen mittelständischen Unternehmen nach wie vor die bevorzugte Methode. Das Rekrutierungstool beginnt mit der klassischen Annonce auf Stellenbörsen in der Tageszeitung und seltener auch in überregionalen Publikationen. Es folgt die Sichtung der eingesandten Bewerbungen, um eine sogenannte Shortlist der besten Kandidaten zu erstellen. Im Anschluss folgen die Bewerbungsgespräche – möglicherweise in mehr als einer Runde – und schließlich die Einstellung des oder der Top-Kandidaten.

Das Rekrutierungstool unterscheidet sich online durchaus etwas. Da die Bewerbungen über das Internet eingehen, ist die Anzahl der zu sichtenden Dokumente hier meist merklich höher. Es sind daher insbesondere die großen Unternehmen und Organisationen, die sich dieses Rekrutierungstool zunutze machen. Im Anschluss läuft die Online-Rekrutierung ähnlich wie die Offline-Variante ab. Von einer Shortlist werden die besten Bewerber zum Gespräch gebeten, das in diesem Fall meist über Skype oder ein ähnliches Programm online per Video-Chat abläuft. Hält sich ein Bewerber in der Nähe auf, sind jedoch auch persönliche Bewerbungsgespräche möglich. Beim Digital Recruiting weisen die HR-Verantwortlichen derweil allerdings noch generelle Wissenslücken auf Big Data, Chatbots, künstliche Intelligenz oder Matching-Tools kommen bislang kaum bis gar nicht zum Einsatz. Hier besteht jedoch das größte Zukunftspotential.


Online-Rekrutierung: Stärken und Schwächen

Die Schwächen der Online-Rekrutierung liegen auf der Hand. Neben der schieren Anzahl an erhaltenen Bewerbungen muss die Einschätzung aller Personen online stattfinden. Durch ein Gespräch via Skype ist zwar ein erster Eindruck zu erhalten, der sich allerdings nicht mit einem Bewerbungsgespräch am selben Tisch vergleichen lässt. Für die hau eigene HR-Strategie handelt es sich deshalb um eine große Herausforderung.

Allerdings punkten die Unternehmen auch mit einer großen Reichweite. Diese wird durch die oftmals eigens auf eine Berufsgruppe ausgerichteten Stellenanzeigen unterstrichen. Auf den jeweiligen Online-Plattformen wie Monster, Stepstone, Xing, Indeed, im Jahr 2018 von 77,7 % aller Unternehmen genutzt, streiten sich jedoch auch mehr Arbeitgeber um die Gunst der gleichen Bewerber. Auch für Auszubildende gibt es entsprechend Karrierewebsites, die neben offenen Stellen und Kontaktmöglichkeiten auch weitere Informationen rund um wichtige Themen wie Berufschancen bereithalten und oftmals auch einen Karriereweg vorzeichnen.


Offline-Rekrutierung: Stärken und Schwächen

Herausforderungen bestehen in der Offline-Rekrutierung vor allem durch die Beschränkung auf die Region vor Ort. Die Bewerber werden vor allem aus derselben Gegend stammen, könnten sich dadurch jedoch deutlich mehr mit dem Unternehmen und dessen Grundsätzen identifizieren als Bewerber aus anderen Bundesländern. Zudem wird es weniger Probleme für beide Seiten geben, da Umzug, Wohnungssuche, Ummeldungen und Co. meist nicht mit einkalkuliert werden müssen.

Ein weiterer Nachteil des Rekrutierungstools offline ist der große Zeitaufwand. Dadurch, dass vonseiten der HR allerdings mehr Zeit in den Prozess investiert wird, werden gleichzeitig aber auch potenziell bessere Matches zwischen Unternehmen und den Bewerbern erreicht. Online oder offline – welches Rekrutierungstool ist das richtige für Ihr Unternehmen?