Talentmanagement

Employer Value Proposition in 5 Fragen verstehen

13 January 2024

Employer Value Proposition: verstehen und weiterentwickeln
5 min
Was steht hinter dem Begriff Employer Value Proposition (EVP)? Die EVP gehört zu den wichtigsten Säulen jeder HR-Strategie. Im Kern bezeichnet sie das Gesamtpaket an Vorteilen, das ein Arbeitgeber den Arbeitnehmenden bietet, ein Versprechen, das potentielle Bewerber*innen anzieht und überzeugt. In einer Zeit, in der die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte eine Herausforderung darstellt, erweist sich die EVP als ein effektives Werkzeug, um das Interesse talentierter Kandidatinnen zu wecken und für das Unternehmen zu gewinnen. In diesem Artikel beantworten wir fünf Fragen rund um das Thema Arbeitgeberwertversprechen.

Was ist eine Employer Value Proposition (EVP)?

Eine Employer Value Proposition (EVP) ist das Versprechen eines Unternehmens an seine aktuellen und zukünftigen Mitarbeiter. Sie verdeutlicht, was ein Unternehmen einzigartig macht und warum es als attraktiver Arbeitgeber gilt. Ähnlich wie die Unique Selling Proposition (USP) im Produktmarketing die Einzigartigkeit eines Produkts herausstellt, betont die EVP die Besonderheiten und Vorteile eines Unternehmens als Arbeitgeber.

Die Employer Value Proposition umfasst die Vorteile, die Möglichkeiten und alle Werte, die eine Organisation ihren Beschäftigten als Gegenleistung für deren Engagement bietet. Dazu gehören sowohl Geld- und Sachleistungen als auch immaterielle Elemente. Sie alle machen ein Unternehmen für Talente attraktiv und sorgen dafür, dass sie auch bleiben.

1. EVP und Arbeitgebermarke: Was ist der Unterschied?

Die EVP ist ein zentraler Bestandteil des Employer Brandings. Sie dient als Werkzeug im Personal- und Employer Marketing, um ein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.

Kurz gesagt ist die Employer Value Proposition das Alleinstellungsmerkmal eines Unternehmens als Arbeitgeber. Dagegen bezeichnet der Begriff Arbeitgebermarke den Ruf, das Image und die Außenwahrnehmung eines Unternehmens als Arbeitgeber. Wichtige Faktoren sind dabei die Werte, die Kultur, das Talentmanagement sowie das Mitarbeitererlebnis. Beeinflusst wird die Arbeitgebermarke von der Art, in der das Unternehmen kommuniziert, Mitarbeitende anwirbt, behandelt und bindet, sowie von der Wahrnehmung des Unternehmens durch Kandidaten*innen und aktuelle sowie ehemalige Beschäftigte.

Die EVP besteht also aus konkreten Vorteilen, die ein Unternehmen seinen Beschäftigten bietet, während die Arbeitgebermarke das allgemeine Image des Unternehmens als Arbeitgeber, die Unternehmenskultur und die Werte, den Ruf und das Mitarbeitererlebnis umfasst. Die EVP ist für die Arbeitgebermarke ein wichtiger Faktor, denn sie ist mitentscheidend dafür, wie interessierte Talente und aktuelle Beschäftigte die Attraktivität und Verbindlichkeit des Unternehmens als Arbeitgeber einschätzen.

Warum ist ein Arbeitgeberwertversprechen so wichtig?

Deutschland befindet sich derzeit aufgrund demografischer Veränderungen, historisch niedriger Arbeitslosenquoten und rasanten technologischen Fortschritts in einer Ära des Fachkräftemangels. Diese Situation stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Denn der Mangel an Fachkräften wirkt sich auf die Wettbewerbsfähigkeit und den Erfolg von Unternehmen aus. Nicht besetzte Schlüsselpositionen können zu verlangsamtem Wachstum oder verpassten Geschäftschancen führen.

Vor diesem Hintergrund kann man sagen, dass sich der Arbeitsmarkt in vielen Branchen zu einem “War of Talents” entwickelt hat: Qualifizierte Arbeitskräfte sind heute mehr als nur Mitarbeiter; sie sind wertvolle Ressourcen, um die sich Unternehmen intensiv bemühen müssen. Sie genießen aktuell eine starke Verhandlungsposition, häufig mit der Möglichkeit, zwischen mehreren attraktiven Angeboten zu wählen.

Hier kommt das Arbeitgeberwertversprechen ins Spiel. Eine überzeugendes Employer Value Proposition dient als Alleinstellungsmerkmal, indem es die einzigartigen Vorteile hervorhebt, die ein Unternehmen seinen Mitarbeitern bietet. Sie vermittelt den Talenten die Gründe, warum sie sich gerade für dieses Unternehmen entscheiden sollten.

Eine starke EVP ist eine adäquate Antwort für viele Herausforderungen beim Talentmanagement:

  • die Mitarbeiterbindung
  • den Fachkräftemangel
  • die Differenzierung des Unternehmens gegenüber der Konkurrenz
  • die Attraktivität für Kandidaten*innen

Eine effiziente EVP berücksichtigt in jedem Fall die Bedürfnisse und die Erwartungen der Beschäftigten einerseits und der Organisation andererseits.

Mithilfe von Tools wie Cegid Wittyfit lassen sich die Erfahrungen der Mitarbeitenden erfassen, was dabei hilft, die Erwartungen der Arbeitnehmer besser zu verstehen. Zudem werden so keine Versprechen gemacht, die das Unternehmen nicht einhalten kann.

Eine starke EVP hilft nicht nur, sich von der Konkurrenz abzuheben, sondern auch, langfristig die besten Talente anzuziehen und zu halten. In Zeiten des Fachkräftemangels ist ein solches Versprechen kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, um als Unternehmen erfolgreich und zukunftsfähig zu bleiben

2. Was sind die 5 wichtigsten Elemente einer Employer Value Proposition?

Eine erfolgreiche EVP umfasst fünf Hauptelemente bzw. Wertversprechen in fünf Bereichen:

Vergütung und Benefits: Dies umfasst die Entlohnung an sich, aber auch Boni, Anreize und umfassende Leistungspakete, die sicherstellen, dass sich die Mitarbeiter für ihre Fähigkeiten und Leistungen fair und marktgerecht entschädigt fühlen.

Karriereentwicklung: Hierbei geht es um Möglichkeiten für persönliches Wachstum und Fortschritt innerhalb eines Unternehmens. Dies umfasst klare Karrierepfade, Trainingsprogramme, Mentoring-Angebote oder auch Initiativen zur beruflichen Weiterbildung.

Work-Life-Balance: Das Wertversprechen Work-Life-Balance betont flexible Arbeitsarrangements, Urlaubspolitik, Wellnessprogramme und Initiativen, die eine optimale und persönlich angepasste Integration von Arbeit und Privatleben fördern.

Unternehmenskultur: Eine positive und inklusive Unternehmenskultur wird in der heutigen Arbeitswelt nicht nur immer wichtiger, um neue Talente anzuziehen, sondern beeinflusst auch die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung stark. Das Wertversprechen Unternehmenskultur hebt die Werte des Unternehmens, die Arbeitsumgebung, Bemühungen um Vielfalt und Inklusion sowie Mitarbeiteranerkennungsprogramme hervor.

Zweck und Mission: Marktgerechte Entlohnung und Benefits reichen heute nicht mehr aus, um neue Talente anzuziehen und langfristig zu binden. Mitarbeiter suchen heute nach Sinn und Zweck und persönlicher Verwirklichung in ihrer Arbeit. Dieses Wertversprechen verknüpft das „Why“ und die Mission des Unternehmens mit den Werten und Bestrebungen der Mitarbeiter und betont den positiven Einfluss, den sie durch ihre Arbeit erzielen können

3. Entwicklung einer Employer Value Proposition – aber wie?

Die Entwicklung einer überzeugenden Employer Value Proposition ist nicht nur ein zentrales Element im Employer Branding, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Mitarbeiterbindung und -gewinnung.

Sie erfordert die Einbindung aller Unternehmensbereiche und -ebenen und sollte mit der Gesamtstrategie, den Kernwerten und der Arbeitsphilosophie des Unternehmens übereinstimmen und die Erwartungen der Mitarbeiter erfüllen.

Sie erfordert eine gründliche Analyse der aktuellen Unternehmenssituation, wobei Stärken, Schwächen, Unternehmenswerte und -kultur berücksichtigt werden sollten. Interne und externe Recherchen liefern Einsichten in die Perspektiven der Mitarbeiter und die externe Wahrnehmung des Unternehmens. Zielgruppen müssen definiert werden, da verschiedene Gruppen unterschiedliche Erwartungen haben. Eine Konkurrenzanalyse schärft die eigene Positionierung und hilft, sich von anderen Arbeitgebern abzuheben.

Die EVP sollte Aspekte wie Vergütung, Karrieremöglichkeiten, Arbeitsumfeld, Aufgabenbereiche, Benefits und Unternehmenskultur abdecken. Nach ihrer Entwicklung ist es entscheidend, geeignete Kommunikationskanäle für die interne und externe Verbreitung zu wählen.

Schließlich ist die Entwicklung einer EVP kein einmaliger Prozess. Die Wirksamkeit sollte regelmäßig evaluiert, die Effektivität überwacht, und bei Bedarf Anpassungen vorgenommen werden.

Eine starke Employer Value Proposition ist besonders bei der Talentakquise ein starker Hebel.

Damit sie ihre volle Wirkung bei entfalten kann, sollten Sie zunächst Ihre Karriereseite aktualisieren und dabei auf Folgendes achten:

  • vereinfachtes und kontextabhängiges Nutzungserlebnis
  • Bewerbungsverfahren, das auf das Angebot und den Arbeitsmarkt abgestimmt ist
  • attraktiver und suchmaschinenoptimierter Auftritt, der zur Arbeitgebermarke passt

Es kann auch sinnvoll sein, die Bewerber*innen während des Recruiting-Verfahrens über die Unternehmenskultur, die CSR-Strategie, das Nutzenversprechen und die damit verbundenen Vorteile zu informieren.

In der heutigen Wettbewerbslandschaft ist eine überzeugende Employer Value Proposition (EVP) unerlässlich geworden. Sie bildet das Herzstück einer erfolgreichen HR-Strategie, insbesondere im Bereich des Recruiting und der Talentakquise, indem sie maßgeblich dazu beiträgt, neue Talente für das Unternehmen zu gewinnen.

Stellt die Personalabteilung bei der Gestaltung des Nutzenversprechens den Menschen in den Mittelpunkt, trägt die EVP nicht nur dazu bei, die Mitarbeiterfluktuation zu regulieren, sondern hilft auch das Risiko eines Verlusts der Wettbewerbsfähigkeit zu minimieren. Darüber hinaus bietet sie eine effektive Antwort auf den Fachkräftemangel, indem sie das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber positioniert.

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